
Dr. Herbert GASSNER
In den Handelsakademien gibt es im Lehrplan kein Pflichtpraktikum im Sommer. Stattdessen sind die so genannten “Übungsfirmen” vorgesehen – diese sind von den Schülerinnen und Schülern erfundene Unternehmen, die im Rahmen des Unterrichtes “gegründet” werden. Wenn man eine Handelsakademie besucht, ist man laut Lehrplan verpflichtet, an diesen Übungsfirmen aktiv teilzunehmen. Im Rahmen dieser Übungsfirmen sollen u. a. auch Betriebsräte gewählt und Betriebsvereinbarungen abgeschlossen werden.
Burgenländische Unternehmen, die neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickelt und bereits erste Erfolge damit erzielt haben, können sich für den bei der WIBAG einzureichenden “Innovationspreis des Landes Burgenland” bewerben. Schulen sind keine Unternehmen, aber oft ebenfalls äußerst innovativ! Ein Beispiel: Die BHAK und BHAS Eisenstadt führt seit Jahren die Fachrichtung “Internationale Wirtschaft”. Ab 2009/10 erlernt man in dieser Fachrichtung drei Fremdsprachen: Englisch einschließlich Wirtschaftssprache, Französisch oder Spanisch sowie Russisch. Außerdem werden zwei Unterrichtsgegenstände auf Englisch unterrichtet. Zusätzlich kann man den Freigegenstand Kroatisch besuchen.
Was lag also näher, statt der “Spielwiese” Übungsfirma einmal auf ein ECHTES Unternehmen zu setzen, und zwar – erstmals in ganz Österreich! – auf eine so genannte “Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung” (EWIV)? Den Schülerinnen und Schülern wird die Möglichkeit geboten, in einer real existierenden EWIV mitzuwirken und in dieser ihre zukunftsorientierten Projekte umzusetzen, und zwar auf der Grundlage einer europäischen Rechtsform.
Dr. Herbert GASSNER, Koordinator und Plattformadministrator